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Do, 11.07.2024 | 22:10 - 22:40

Kultur (D 2024)

"Führer und Verführer" – Hitler und Goebbels. Ein Spielfilm versucht die Nahaufnahme: "Nicht das Bild, das der Wirklichkeit am nächsten kommt, ist von größtem Wert – nein, es ist jenes Bild, das die größten Empfindungen auslöst." Dieser Satz von Goebbels steht am Anfang dieses über zweistündigen Films über den Propagandaminister und seinen "Führer". Und der Satz klingt erschreckend modern und heutig. Aber er stammt aus der Gedankenwelt von Joseph Goebbels – so wie fast alles, was in dem Film "Führer und Verführer" zwischen dem Diktator Hitler und seinem Reichsminister für Volksaufklärung gesagt wird. Regisseur Joachim A. Lang hat für seinen Film die Tagebücher von Goebbels herangezogen, die öffentlichen und internen Reden von ihm und Hitler und hat sie filmisch aufbereitet in einer packenden Handlung, die 1938 beginnt und 1945 endet. Der Film fängt an, als die Welt für Goebbels nicht perfekter sein könnte: Er ist Herrscher über die Künste, über Rundfunk und Presse. Aber dann holt Hitler seinen "Doktor", seinen "Hexenmeister", wie er Goebbels nennt, ein ums andere Mal zu sich und erklärt ihm, dass er seine Propaganda auf Krieg umstellen muss. Goebbels tut, wie ihm geheißen. Am Anfang ist das kein Problem, denn Hitler eilt von Blitzkrieg zu Blitzkrieg, von Sieg zu Sieg. Aber dann steckt Hitlers Eroberungswahnsinn im russischen Schlammwinter fest und Goebbels muss sich etwas einfallen lassen… "Immer weiter lügen, hetzen und putschen" nennt er es. Bis zum bitteren Ende. Goebbels muss die Deutschen bei Laune halten, bei totaler Kriegs- und Vernichtungsstimmung. Und es gelingt ihm. Ein Film, der die Mechanismen von Propaganda packend und auf erschreckend aktuelle Weise zeigt. "artour" hat den Regisseur Joachim A. Lang und den Goebbels-Darsteller Robert Stadlober bei der Premiere auf dem Münchner Filmfest zum Interview getroffen. Am 11. Juli kommt der Film ins Kino. Bleibt Ostdeutschland anders? Willy Brands schöne In-Aussicht-Stellung vom 10. November 1989, dass nun zusammenwachse, was zusammengehöre, hadert 35 Jahre nach dem Fall der Mauer immer noch mit der Realität. Die hochfliegenden gesellschaftlichen und politischen Erwartungen an das geeinte Deutschland haben sich nicht eingelöst. Der Soziologe Steffen Mau attestiert Deutschland das Fortbestehen zweier Teilgesellschaften – Ost und West. In seinem neuen Buch "Ungleich vereint – warum der Osten anders bleibt" (Suhrkamp Verlag), zeigt der in Rostock geborene Steffen Mau die Unterschiedlichkeit in Bezug auf soziale Struktur, Mentalität und politisches Bewusstsein. Ostdeutschland ist das Land der kleinen Leute, eine einfache Arbeitnehmergesellschaft mit halb so viel Vermögen wie Westdeutschland. Eine Gesellschaft, in der das alte Parteiensystem des Westens kaum eine feste Basis bilden konnte und die von einer zunehmend staatsskeptischen Grundhaltung geprägt ist. Bildlich vor Augen geführt wird diese Andersartigkeit, wenn, wie jüngst nach der Europawahl, Ostdeutschland als blauer Umriss zu Tage tritt. Dokumente des Lebens: Das Leipziger Museum der Bildenden Künste stärkt den "Fotografiestandort" und hat dafür Unterstützung bekommen. Alle zwei Jahre wird jetzt der BMW Photo Award vergeben. Zu den ersten Preisträgerinnen gehört neben Susanne Keichel und Stephan Takkides die 1949 in Chemnitz geborene Margit Emmrich. Sie ist, obwohl die Künstlerin in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag feiert, eine kleine Entdeckung. Nach ihrem Diplom an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (1974) war Margit Emmrich dort Assistentin. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch, Gefängnishaft und Freikauf trat sie in Westdeutschland jedoch nicht als Fotografin auf, obwohl sie auf Reisen und bei Theateprojekten weiter fotografierte. Seit 1994 wieder in Leipzig, wurden in Überblicksausstellungen zwar Fotografien von Margit Emmrich gezeigt, aber ihre Präsentation zum neuen Fotopreis stellt erstmals mehrere Werkgruppen vor. Auch sie gehört zur in Leipzig bemerkenswerten Dokumentarfotografie. Bis 15. September sind die Fotografien der Preisträger im Leipziger Bildermuseum zu sehen. Kulturkalender

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  • "Führer und Verführer" – Hitler und Goebbels. Ein Spielfilm versucht die Nahaufnahme.
  • Bleibt Ostdeutschland anders?.
  • Dokumente des Lebens.
  • Kulturkalender.
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