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Janosch – Ja ist gut, Nein ist gut

Janosch – Ja ist gut, Nein ist gut
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So, 08.11.2026 | 05:10 - 05:55

Literatur (D 2009)

Janosch hatte viele Gesichter: Er war tiefsinniger Maler, deftiger Schriftsteller und Erfinder von liebevoll-anarchischen Kinderbüchern. Eigentlich hieß er Horst Eckert, zum Namen Janosch ist er durch einen Verleger gekommen, der ihn so nannte, weil er wohl auf den richtigen Janosch vergeblich gewartet hatte. Die meisten kennen Janosch als Erfinder der Geschichte "Oh, wie schön ist Panama". In dem Porträt gibt er erstmals einem Kamerateam umfassend und offen Auskunft über sein Leben und seine Kunst. In vielen seiner Figuren steckt er selbst, am auffälligsten in Onkel Popoff, der Janoschs Züge trägt. Er kann die Grenzen der Wirklichkeit überschreiten und sogar fliegen. Am nächsten kommt man Janosch, wenn man seinen Spuren folgt, weit weg und weit hinein in seine Kindheit. Das Filmteam ist mit Janosch an wichtige Stationen seines Lebens gereist. Die erste ist das polnische Industriestädtchen Zabrze, ehemals Schlesien, wo Janosch 1931 zur Welt kommt. Er erzählt offen von seiner schwierigen Kindheit und von der Unterdrückung durch die Eltern und die Kirche. Erst nach dem Krieg beginnt für ihn in Norddeutschland eine bessere Zeit. Die Dokumentation macht Station in Janoschs ehemaliger Schule, die heute nach ihm benannt ist. Anfang der 50er Jahre versucht Janosch sein Glück in München. Er will an der Kunsthochschule studieren, doch er fliegt schon nach einem Probesemester raus: "Mangelnde Begabung" ist die Begründung. Auch seine ersten Bücher sind Misserfolge. Erst sein Kinderbuch "Oh, wie schön ist Panama" bringt für ihn den internationalen Durchbruch. 1978 hat er sein bisheriges Leben satt. Nach vielen schwierigen Jahren, die durch Alkohol, Ausschweifungen und eine missglückte Operation geprägt sind, verbrennt er alles, was er hat, in seinem Garten in Greifenberg, und verschwindet aus Deutschland. Er will auf den Kanaren sein Leben auslaufen lassen, doch er findet auf Teneriffa eine neue Heimat. Dort entdeckt er auch seine "Lebenskunst": "Ja ist gut, und wenn nein, ist auch gut".

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