Nackt unter Wölfen
Drama (DDR 1963)
Deutschland, 1945: Wenige Wochen vor der Befreiung durch die Alliierten kommt ein polnischer Häftling mit einem der letzten Transporte in das Konzentrationslager Buchenwald. Bei sich trägt er einen Koffer, den er sich weigert, aus der Hand zu geben; darin ist ein dreijähriger, jüdischer Junge versteckt, dessen Eltern in Auschwitz ermordet wurden. Bei einer Entdeckung durch die Lagerleitung droht dem Kind der Tod. Als die Häftlinge Höfel und Pippig den Koffer öffnen, möchten sie spontan das Kind retten und vor der SS verstecken. Doch dadurch könnten sie den bewaffneten Aufstand gefährden, den eine Widerstandsgruppe im Lager plant. Die Häftlinge sind in ihrer Haltung gespalten, und das Leben des Jungen ungewiss. "Nackt unter Wölfen" beruht auf dem 1958 erschienenen gleichnamigen Roman von Bruno Apitz, der kurz nach der Befreiung seine Erlebnisse im Konzentrationslager Buchenwald zu Papier brachte. Erstmals wurde die hermetisch abgeriegelte Welt eines Lagers in Frank Beyers filmischer Adaption so intensiv dargestellt: nüchtern, klar und ohne jedes Pathos. In einem hochkarätigen Ensemble großer Darsteller verkörpert Armin Mueller-Stahl in einer seiner intensivsten Rollen den Häftling Höfel. Das jüdische Kind hat es tatsächlich in Buchenwald gegeben: Der dreijährige Stefan Jerzy Zweig kam im Herbst 1944 ins Lager und wurde am 11. April 1945 gemeinsam mit seinem Vater befreit. Der am Ende des Films beschriebene bewaffnete Aufstand hat so nie stattgefunden. Stattdessen hatte die SS, aus Angst vor den anrückenden Amerikanern, das Lager aufgegeben und die Flucht in die Wälder angetreten.
- Erwin Geschonneck (Walter Kraemer)
- Armin Mueller-Stahl (André Höfel)
- Krystyn Wójcik (Marian Kropinski)
- Fred Delmare (Rudi Pippig)
- Viktor Avdyushko (Leonid Bogorski)
- Gerry Wolff (Herbert Bochow)
- Bolesław Płotnicki (Zacharias Jankowski)
- Peter Sturm (August Rose)
- Wolfram Handel (Hauptscharführer Zweiling)
- Erik S. Klein (Untersturmführer Reineboth)
- Herbert Köfer (Hauptsturmführer Kluttig)
- Heinz Peter Scholz (Standartenführer Schwahl)
- Joachim Tomaschewsky (Sturmbannführer Weisangk)
- Joachim Jablonski (Sturmbannführer Kamloth)
- Zygmunt Malanowicz (Josef Pribula)
- Werner Möhring (Heinrich Schüpp)
- Hermann Eckhardt (Maximilian Wurach)
- Peter Paul Goes (Max Müller)
- Günter Rüger (Karl Wunderlich)
- Angela Brunner (Hortense Zweiling)
- Albert Zahn (Otto Runki)
- Christoph Engel (Peter van Dahlen)
- Werner Dissel (Otto Lange)
- Hans-Hartmut Krüger (Henri Riomand)
- Jan Pohan (Kodiczek)
- Leonid Swjetlow (Zidkowski)
- Fred Ludwig (Mandrill)
- Gerd Ehlers (Politischer Kommissar Gay)
- Steffen Klaus (Alfred)
- Bruno F. Apitz (Alter Mann)
- Jürgen Strauch (Kind)
- Hans Hardt-Hardtloff (Blockältester)
- Otto Krieg Helbig (Rottenführer)
- Bruno Apitz (screenplay)
- Frank Beyer (writer)
- Frank Beyer
- Bernd Braun (assistant director)
- Ellen Korfes (assistant director)
- FSK 12
