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Rund um den Michel

Rund um den Michel
NO3
So, 22.02.2026 | 18:00 - 18:45

Lokales (D 2026)

Hamburg ist mehr als Elbe, Elbphilharmonie und Hafenlichter. Hamburg lebt von Menschen, die anpacken, träumen und Wärme schenken. "Rund um den Michel" geht auf Entdeckungsreise mitten ins Herz der Freien und Hansestadt und trifft dabei Menschen, die mit ihrem Handeln der Stadt ihren Stempel aufdrücken. Aktiv im Alter: die älteste Seniorenorganisation der Stadt Für viele Seniorinnen und Senioren ist es nicht mehr so einfach, mal eben aus dem Haus zu gehen und aktiv am Leben teilzunehmen. Dazu kommen Einsamkeit und das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören. Genau hier setzt der Verein Lange aktiv bleiben an. Es gibt ihn seit 1963, damit ist er die älteste Seniorenorganisation der Stadt. Ohne die Arbeit der Ehrenamtlichen könnte das Projekt allerdings nicht funktionieren. Eine davon ist Heike Schulz, sie ist selbst schon 84 Jahre alt und seit 13 Jahren voll dabei. "Rund um den Michel" begleitet sie und ihre Kolleginnen einen Tag am Standpunkt St. Georg. Wärmestube am St. Marien-Dom: ein Zufluchtsort für obdachlose Menschen Draußen sind es Minusgrade, der Winter hat Hamburg fest im Griff. Etwa 4000 Menschen leben in Hamburg auf der Straße. Die Winternotprogramme sind überfüllt. Seit etwa zwei Jahren finden obdach- und wohnungslose Menschen wenigstens zeitweise einen Zufluchtsort am St. Marien-Dom in Hamburg St. Georg: die Wärmestube. Mit initiiert wurde die Wärmestube von Diakon Henry Kirsche, der sich seit mehr als 23 Jahren für die Menschen engagiert, die schutzlos auf Hamburgs Straßen gestrandet sind. Hier finden sie einen Ort für Gespräche, einen Kaffee, etwas zu essen und konkrete Unterstützung im Alltag. Für Diakon Henry Kirsche bedeutet das Angebot "Wärme" zweierlei: einmal körperliche Wärme und zugleich ein "warmer Ort für die Seele". Wenn ein Bahnhof zum Club wird … Freitagabends, wenn die letzten Rollkoffer durch den kalten Dammtorbahnhof gezogen werden und sich manche noch im Schnellrestaurant einen Cheeseburger mitnehmen, tönen aus einem hell erleuchteten Ladengeschäft zwischen längst geschlossenen Kiosken und Bäckereien besondere Klänge. Für die meisten Menschen ist ein Bahnhof wohl eher ein Ort, den man schnell wieder verlässt. Nancy und Jerry Tilitz dagegen sagen: Hier kann man ruhig länger bleiben! Nancy Tilitz ist Künstlerin, malt Porträts und Karikaturen und arbeitet seit vielen Jahrzehnten als Gerichtszeichnerin. Ihr Mann Jerry Tiltiz ist Jazzmusiker, er spielt Posaune. Jeden Freitag machen sie aus der Galerie Nancy Tilitz, die seit einem Umzug im vergangenen Jahr im Dammtorbahnhof residiert, einen Jazzclub. Eintritt frei. Dicht gedrängt sitzt das Publikum auf weißen Plastikstühlen und lauscht der Musik hochkarätiger Jazzmusiker. An einem Ort, an dem man dies so gar nicht erwarten würde. Gedanken einer Zuhörenden Woher nehmen Drehbuchautoren eigentlich ihre Inspirationen für ihre Geschichten und Charaktere? Ein Hamburger Autor hatte dafür 2018 eine besonders kreative Idee. In einer U-Bahn-Station hat er einen ehemaligen Kiosk angemietet, um dort mit Menschen ins Gespräch zu kommen und ihre Geschichten zu sammeln. Doch er hat wohl unterschätzt, wie viele Menschen jemanden zum Zuhören brauchen. So wurde aus einer kreativen Idee der Zuhörkiosk. Mittlerweile arbeiten 30 Ehrenamtliche im Zuhörkiosk und bieten Passanten ein offenes Ohr. Birte Heckmann ist eine von ihnen: Gedanken einer Zuhörerin. Bordbetreuung der Deutschen Seemannsmission Für die Tausenden von Seeleuten aus aller Welt, die jedes Jahr im Hamburger Hafen arbeiten, ist der Seemanns-Club Duckdalben ein sehr wichtiger Treffpunkt und Anlaufort. Doch manche Seemänner und -frauen schaffen es oft gar nicht, das Schiff zu verlassen und den Club an Land zu besuchen, etwa wenn ihre Liegezeiten an den Terminals zu kurz sind. Genau deshalb gibt es von der Deutschen Seemannsmission Hamburg-Harburg den Bord-Besuchsdienst für die Mannschaften auf den Containerschiffen im Hafen. Täglich besuchen Seelsorger und Ehrenamtliche die Schiffe an den Terminals, sprechen mit den Seeleuten, geben ihnen Informationen und Tipps, die für sie nützlich sein können, oder hören sich auch einfach mal nur ihre Nöte und Sorgen an. Ehrenamtliche Kiezläufer in Harburg Während andere sich nach Feierabend auf die Couch legen, zieht sich Rohan Nagpal (26) seine Jacke mit der Rückenaufschrift "Kiezläufer" an und zieht durch Hamburg-Harburg. Kiezläufer, das sind junge Menschen, die abends ehrenamtlich durch Stadtteile wie Neugraben, Neuwiedenthal oder eben Harburg laufen – Stadtteile mit hoher Armutsgefährdung. Dabei übernehmen sie keine polizeilichen oder ordnungsamtlichen Aufgaben, sondern dienen als Ansprechpartner für Jugendliche im Stadtteil. Sie bieten ihnen ein offenes Ohr, zeigen Perspektiven auf und vermitteln bei Streitfällen. Die meisten Kiezläufer sind selbst in diesen Stadtteilen aufgewachsen, so auch Rohan. "Rund um den Michel" hat ihn einen Abend lang begleitet. Nähe und Geborgenheit im Krankenhaus: Paten auf Zeit Das Altonaer Kinderkrankenhaus ist eine der größten Kinderkliniken in ganz Deutschland. Behandelt werden hier Frühgeborene, aber auch Jugendliche. Und nicht immer gibt es jemanden, der sie hierher begleitet. Manche müssen ein paar Tage, manche mehrere Wochen oder immer wieder auf Station sein. Wenn das Pflegepersonal dann mal keine Zeit hat, aber trotzdem Nähe, Wärme und einfach jemand zum Reden gesucht wird, kommen die ehrenamtlichen Paten auf Zeit. Ganz spontan fahren sie ins Krankenhaus, schenken Babys Kuschelzeit oder lesen älteren Kindern etwas vor. Mit viel Herz sind sie dann nur für die kleinen Patienten da. Brunch-Gottesdienst in der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Ottensen Wenn in der Josua Kirche der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Ottensen der Duft nach frisch gekochtem Essen aus dem Gemeinderaum oder sogar den Kirchraum zieht, dann ist das kein Zufall: Pastor Maurício da Silva Carvalho hat wieder zum Brunch-Gottesdienst eingeladen. Denn für den aus Brasilien stammenden Theologen ist Kirche mehr als Liturgie – für ihn ist sie eine Küche der Begegnung. Mit seinem unkonventionellen Konzept, bei dem Essen und Glauben zusammengeführt werden, baut Carvalho Brücken zu Menschen, die mit klassischen Gottesdiensten oft wenig anfangen können. Er nennt es "Friedensmenü": ein Zusammenspiel aus kulinarischem Genuss und spiritueller Reflexion, bei dem Tischgemeinschaft zu einem Symbol für Gemeinschaft, Frieden und göttliche Nähe wird. Für "Rund um den Michel" begleitet ein Filmteam den außergewöhnlichen Gottesdienst und erlebt, wie ein kulinarischer Gottesdienst das Herz zu Kirche und Gemeinschaft öffnet. Jamie Watson: eine Hamburger Gondoliere Die Hamburger Sängerin und Schauspielerin Jamie Watson hat sich verliebt: erst in Venedig und dann in einen Venezianer. 2025 hat sich die junge Hamburgerin einen Traum erfüllt und sich für ein paar Monate in Venedig niedergelassen. Durch einen Zufall ist sie dort auf die Idee gekommen, über eine Agentur als Sängerin auf Gondeln anzuheuern. Dort hat sie sich dann in den Musiker Giacomo Favero verliebt, der sie auf den Fahrten mit seiner Gitarre begleitet hat. Seitdem sind die beiden unzertrennlich.

Thema
  • Aktiv im Alter: die älteste Seniorenorganisation der Stadt.
  • Wärmestube am St. Marien-Dom: ein Zufluchtsort für obdachlose Menschen.
  • Wenn ein Bahnhof zum Club wird ….
  • Gedanken einer Zuhörenden.
  • Bordbetreuung der Deutschen Seemannsmission.
  • Ehrenamtliche Kiezläufer in Harburg.
  • Nähe und Geborgenheit im Krankenhaus: Paten auf Zeit.
  • Brunch-Gottesdienst in der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Ottensen.
  • Jamie Watson: eine Hamburger Gondoliere.
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