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THADEUSZ lang & breit

THADEUSZ lang & breit
BE1
Di, 02.09.2025 | 22:00 - 22:55

Tagesgeschehen (D 2025)

Im Berlin der 1910er und 1920er Jahre war der Potsdamer Platz ein Zentrum der Mode und der Kunst. Allein in der heutigen Herbert-von-Karajan-Straße, der damaligen Matthäikirchstraße, lebten zu dieser Zeit 17 Millionäre. Berlins beste Gesellschaft ging im Tiergartenviertel ein und aus – und prominente Kundinnen wie Lilian Harvey oder Marlene Dietrich bekamen dort ihre Outfits. Viele der mehrheitlich jüdischen Mode- und Kunstschaffenden wurden jedoch nach 1933 von den Nationalsozialisten ermordet oder in die Emigration gezwungen und die Erinnerung an die Berliner Haute Couture der damaligen Zeit ganz bewusst ausgelöscht. Die Mode- und Zeithistorikerin Dr. Gesa Kessemeier hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen weißen Fleck in der Erinnerungskultur wieder sichtbar zu machen. Schon seit den 90er Jahren forscht sie zur Modegeschichte der Stadt, heute u.a. an der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin im Forschungsprojekt "Die Kunstgeschichte(n) des Tiergartenviertels". Mit ihrem neuen Werk "Modestadt Berlin: Geschichte der Berliner Konfektion und Modesalons 1836-1936 – 50 Porträts" legt sie ein neues Standardwerk vor und will nach hundert Jahren adäquat an die ehemaligen Protagonisten der Modestadt Berlin erinnern.

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