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Do, 23.01.2025 | 21:15 - 21:45

Kultur (D 2025)

Ein Wimmelbuch über die 80er Jahre in Ost und West Neonfarben, Schulterpolster und zweifelhafte Frisuren, im Ohr: Der Walkman, der Musik endlich mobil machte. Gleichzeitig brodelte es politisch. Die Anti-Atomkraft-Bewegung protestierte lautstark für eine grünere Zukunft. Der Eiserne Vorhang fing an zu bröckeln. Die 80er Jahre waren ein ikonisches Jahrzehnt, das die Welt und das Leben vieler verändert hat. Wie das Leben damals so aussah, davon erzählt jetzt das große Wimmelbuch der 80er Jahre. Gezeichnet hat es der Dresdner Künstler Marian Meinhardt-Schönfeld. Es sind historisch bedeutsame Ereignisse wie der Mauerfall, aber auch genau beobachtete Alltagssituationen, die er in sieben Wimmelbildern festhält. Fünf spielen im Westen, zwei im Osten. Wo man sich gerade befindet, wird oft erst auf den zweiten Blick klar. Ikonen der Popkultur wie Madonna oder Alf hat er in seinen Bildern versteckt, sich aber auch selbst verewigt, zum Beispiel als ostdeutscher Teenager in einem westdeutschen Schwimmbad. Wir haben Marian Meinhardt-Schönfeld in seinem Atelier besucht und über seine Arbeit und die 80er Jahre gesprochen. Ein Buch über die Interviews Adolf Hitlers Er verabscheute Journalisten und hielt die Auslandspresse für vom "Weltjudentum" gesteuert. Umso erstaunlicher ist, dass Adolf Hitler im Laufe seines Lebens viele Interviews gegeben hat. Über 100 waren es am Ende, zu denen er sich mit Journalistinnen und Journalisten aus den USA, Großbritannien, Frankreich oder Italien herabließ – viele von ihnen zeugen von einer atemberaubenden Unterwürfigkeit gegenüber dem Mann. Ihre Wirkung, so der deutsche Historiker Norman Domeier, sei enorm gewesen. Ohne sie sei Hitlers Aufstieg vom "bavarian Mussolini" zum "Führer" im Zeitalter der Massenmedien nicht vorstellbar. Dem widerspricht Lutz Hachmeister mit seinem Buch "Hitlers Interviews. Der Diktator und die Journalisten". Hachmeister, Medienexperte und ehemaliger Leiter des Grimme-Instituts, im August 2024 kurz vor seinem 65. Geburtstag überraschend verstorben, resümiert in dem blitzsauber recherchierten und unterhaltsamen Werk: Hitler wäre auch dann an die Macht gekommen, hätte er nie ein Exklusivinterview für Auslandskorrespondenten gegeben. Lehrreich sind diese Interviews dennoch, angesichts der Faszination, die Populisten und Autokraten noch heute auf Medienvertreter ausüben. Journalismus, der auf eine Entlarvung von Diktatoren abzielt, gelingt nur selten, wie Hachmeisters Buch nicht nur am Beispiel von Hitlers Interviews zeigt, sondern auch an prominenten Beispielen der jüngeren Vergangenheit, Interviews etwa mit Mao Tse-tung, Ayatollah Khomeini, Wladimir Putin oder Alexander Lukaschenko. "artour" sprach mit dem Historiker Magnus Brechtken über Hitler und die Journalisten und mit Lutz Hachmeisters Mitarbeiterin Sabine Sasse, die einen Epilog zum Buch beisteuerte: "Wie interviewt man einen Diktator – und warum überhaupt?"

Thema
  • Instrument des Jahres 2025: Die Stimme.
  • "In Echt?" – Virtual Reality Ausstellung erzählt die Geschichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Holocaust.
  • Ein Wimmelbuch über die 80er Jahre in Ost und West.
  • Ein Buch über die Interviews Adolf Hitlers.
  • Kulturkalender.
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